(sij) Immer wieder sonntags kam dem Schlagerduo Cindy und Bert die Erinnerung. Immer wieder mittwochs treffen sich Menschen, die aus politischen Gründen oder infolge kriegerischer Auseinandersetzungen ihre Heimat verlassen mussten, in der Heimatstube Bredenborn.
Dort finden sie als Gäste von Christel Klenke für einige Stunden Abwechslung und Unterhaltung und bekommen, sofern sie es wünschen, auch den einen oder anderen Rat. Der pensionierten Bredenborner Lehrerin ist es ein persönliches Anliegen, für Menschen da zu sein, denen es bei uns in Deutschland noch an Kontakten und Begegnungsmöglichkeiten fehlt. Den Umgang mit Kindern kennt sie aus der familiären Erfahrung und aus ihrem Berufsleben heraus zur Genüge. Gespräche mit Eltern und Erziehenden sind ihr ebenfalls vertraut. „Sie ist geradezu prädestiniert, den Heimatgedanken zu leben und weiterzugeben“, sagt dazu der Vorsitzende der Heimatstube Bredenborn, Dirk Zymner, und ist sichtlich stolz darauf, dass Bredenborn ein solches Angebot vorhalten kann. Christel Klenke müsse man für ihren selbstlosen Einsatz deshalb sehr dankbar sein, ist seine Meinung. An den derzeitigen Aktivitäten der Mittwochsgruppe dürfte Dirk Zymner besondere Freude haben, denn sie bastelt bunte Bilder zur Dekoration des Schaufensters der ehemaligen Konditorei Münster. Und das alles für das bald gefeierte Schützenfest, bei dem er sein Heimatdorf als Schützenkönig repräsentieren wird.
Auch bezüglich des Schützenfestes bekommen die aus der Türkei, aus Afghanistan und der Ukraine zu uns gekommenen Menschen hilfreiche Informationen. Schwer zu vermitteln sind sie nicht, denn die beim Pressegespräch am Tisch sitzenden Erwachsenen sind ausnahmslos Lehrerinnen und Lehrer. Sind Mathematiker, Biologen oder Chemiker. In Deutschland bereiten sie sich auf Berufe vor, die ihnen von den Behörden angeboten werden. So z.B. auf den des Lokführers. Die Kinder besuchen die deutschen Schulen, das älteste von ihnen hat am Gymnasium Steinheim sein Abiturzeugnis bekommen und beginnt ein Studium. Eine der aus der Türkei stammenden Lehrerinnen gibt ihren später gekommenen Kolleginnen bereits offiziell Deutschunterricht. Für Christel Klenke ist all das ein erfreuliches Zeichen für ein sinnvolles Miteinander in einem Umfeld, das durch die kostenlose Zurverfügungstellung der Heimatstube ermöglicht wird. Zu Besuch kommen zeitweilig Leute aus dem Dorf. Gemeinsam mit diesen werden sie auch in diesem Jahr wieder einige Aktionen durchführen und zum Beispiel das Adventsfenster gestalten.
Obwohl weitere Unterstützung für den Kauf von Papier, Buntstiften, Wasserfarben und Bastelsachen von dritter Seite gut zu gebrauchen wäre, lädt Christel Klenke, „wenn der Raum frei ist“, auch an den Samstagen zum Basteln, Spielen und Plaudern ein.
