In der Erd-Charta-Schule in Borgentreich spielt auch die naturwissenschaftliche Bildung eine wichtige Rolle. „Die Förderung kompetenzorientierten MINT-Unterrichts ist uns sehr wichtig, damit die Schülerinnen und Schüler eine grundständige Ausbildung in naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen erlangen“, betont Schulleiterin Claudia Güthoff.
Die Erd-Charta-Schule in Borgentreich ist ein Teilstandort der Sekundarschule Warburg mit knapp 300 Schülerinnen und Schülern. Die Gebäude sind ein Zusammenschluss der ehemaligen Haupt- und Realschule Borgentreich. „Dadurch, dass es ursprünglich einmal zwei Schulen waren, sind noch immer einige Doppelstrukturen vorhanden, die in dieser Form nicht mehr benötigt werden“, erklärt Bürgermeister Nicolas Aisch, der vor seiner Wahl selbst als Lehrer am Standort die Fächer Mathematik, Deutsch, Sport und Informatik unterrichtet hat.
Statt zwei veraltete Fachräume vorzuhalten, setzt die Schule auf Bedarfsgerechtigkeit und Qualität. „Wir sind ja auch eine inklusive Schule und darum ist es uns wichtig, die Fachräume im ehemaligen Hauptschulgebäude anzusiedeln, wo alle Etagen durch einen Aufzug erschlossen sind“, erläutert die stellvertretende Schulleitung Annette Rinteln.

Ein moderner Chemie-Fachraum, wie er jetzt in Borgentreich zur Verfügung steht, bricht mit dem Bild starrer, fest am Boden verschraubter Tischreihen und setzt stattdessen auf maximale Flexibilität und Sicherheit, die vor allem durch ein innovatives Deckenversorgungssystem ermöglicht werden. Bei dieser Technologie, die oft als Medienlift, Deckenflügel oder „Aero-Flügel“ bezeichnet wird, schweben alle notwendigen Anschlüsse wie Steckdosen, Gasanschlüsse, EDV-Zugänge und manchmal sogar Wasser und punktuelle Absaugungen direkt über den Köpfen der Lernenden. „Klappt man sie hoch, werden alle Funktionen sofort unterbrochen, das schafft ein Höchstmaß an Sicherheit“, erläutert Chemielehrerin Pia-Katharina Prior.

170.000 Euro hat die Stadt in die Modernisierung und Erneuerung des Chemieraums investiert. „Das war hier ja alles so, wie es damals in den 60er-Jahren mal angelegt worden war, und auch die gesamte elektrische Verkabelung entsprach nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Trotzdem ist es uns gelungen, knapp unterhalb des Kostenansatzes zu bleiben“, freut sich Fachbereichsleiter Hendrik Temme. Von November bis Februar war der Umbau überraschend schnell vonstattengegangen. Seit Ostern wird der neue Chemieraum intensiv genutzt. Damit ist die Fachraum-Umstrukturierung fast abgeschlossen. Fachräume für Physik, Informatik, Werken und Technik wurden bereits modernisiert. Demnächst soll auch noch der Fachraum für Biologie saniert werden. Die Fachräume für Musik und Kunst sind im Gebäude 1, der ehemaligen Realschule, angesiedelt.