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Kunst kommt ins Dorf

(sie) Farben spritzten über die Leinwand, Kinder lachten und kreative Ideen lagen förmlich in der Luft: Mit einem bunten Auftakt ist die Mobile Jugendkunstschule für Steinheim, Nieheim und Marienmünster offiziell gestartet. Ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen neue Wege eröffnet, ihre Kreativität zu entdecken – und zwar direkt vor der eigenen Haustür.

Zum Startschuss griffen die Bürgermeister Carsten Torke (Steinheim), Kai Schöttler (Marienmünster) und Uli Kros als Vertreter der Stadt Nieheim selbst zum Pinsel. Gemeinsam mit Dr. Thomas Wachtendorf, geschäftsführendem Bildungsreferenten der Jugendkunstschule NRW, entstand bei einem spontanen Action-Painting das erste Kunstwerk der Mobilen Jugendkunstschule. Perfekt musste das Ergebnis nicht sein – bunt, mutig und voller Begeisterung war es allemal.
Mit dem neuen Angebot erhält der Kreis Höxter seine erste Mobile Jugendkunstschule. Das Besondere daran: Die Kunst kommt zu den Menschen. Statt lange Wege zu einer festen Einrichtung auf sich nehmen zu müssen, werden kreative Workshops direkt in die Städte und Dörfer gebracht. Davon profitieren auch die 30 umliegenden Ortschaften rund um die drei Kommunen Steinheim, Nieheim und Marienmünster.

Die Kleinen waren mit großem Eifer bei der Sache.

Gerade hier im ländlichen Raum ist das ein wichtiger Schritt. Denn während Kinder und Jugendliche in größeren Städten häufig aus einer Vielzahl kultureller Angebote wählen können, sind die Möglichkeiten auf dem Land oft begrenzt. Die Mobile Jugendkunstschule möchte diese Lücke schließen und jungen Menschen unabhängig von ihrem Wohnort die Chance geben, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und eigene Talente zu entdecken.
„Jeder kann mitmachen“ – dieser Gedanke steht im Mittelpunkt des Projekts. Ob Malerei, Film, Handwerk oder digitale Gestaltung: Die Angebote richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und Interessen. Geplant sind unter anderem Videoprojekte, Filz-Workshops, Upcycling-Aktionen und digitales Malen. Viele Veranstaltungen können auch in den Ferien stattfinden.

Hinter der Idee stehen Laura Schlütz aus Steinheim und Gerd Antoni aus Nieheim. Schlütz übernimmt zugleich die Leitung der Mobilen Jugendkunstschule. In der Startphase soll in jedem der rund 30 Dörfer mindestens eine Kunstveranstaltung stattfinden, in den drei Städten sogar jeweils zwei.
Für die Umsetzung konnten bereits mehrere Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden. Mit dabei sind die Höxteraner Videokünstlerin Kristina Mengersen, die Steinheimer Künstlerin Sabine Diedrich, die Kommunikationsdesignerin und Schneiderin Alexandra Willeke aus Höxter, der Paderborner Mediendesigner und Fotograf Lukas Günther sowie Laura Schlütz selbst.

Bis auf den letzten Platz waren die Workshops am Eröffnungstag besetzt.

Wie groß das Interesse an kreativen Angeboten in der Region ist, zeigte bereits die Premiere Ende Mai im Friedrich-Wilhelm-Weber-Forum in Steinheim. Während vier Künstlerinnen parallel Workshops anboten, entstanden bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erste kleine Kunstwerke – begleitet von frischen Waffeln, guter Stimmung und viel Begeisterung.
Das Konzept der Mobilen Jugendkunstschule ist dabei bewusst flexibel angelegt. Vereine, Gruppen oder andere Interessierte können aus verschiedenen Angeboten auswählen und diese direkt vor Ort buchen. Die Workshops finden beispielsweise in Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern statt. So wird Kultur dort erlebbar, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen.

Die aktuellen Angebote sind über ein Online-Portal abrufbar und können dort direkt gebucht werden. Zusätzlich informiert ein Flyer über das Projekt und erklärt, wie die kreativen Aktionen ihren Weg in die Dörfer und Städte Steinheim, Marienmünster und Nieheim finden.
Mit der Mobilen Jugendkunstschule entsteht damit weit mehr als nur ein neues Freizeitangebot. Sie schafft Begegnungen, fördert Kreativität und gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Ideen auszudrücken.

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