StartLokalesBad DriburgIn Bad Driburg die gläserne Pop Art entdecken

In Bad Driburg die gläserne Pop Art entdecken

Wenn von deutscher Pop-Art die Rede ist, fällt unweigerlich der Name Otmar Alt. Der 1940 im westfälischen Wernigerode geborene und im Sauerland aufgewachsene und in Hamm beheimatete Künstler zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Malern, Grafikern und Bildhauern Deutschlands. Mit seinen leuchtenden Farben, verspielten Tierfiguren und fantasievollen Formen hat er einen Stil geschaffen, der auf den ersten Blick wiederzuerkennen ist.

„Wir sind wirklich sehr glücklich, dass diese Ausstellung zustande gekommen ist, denn für unser kleines Glasmuseum in Bad Driburg ist das schon eine große Sache“, sagt der Vorsitzende Josef Reckers. Initiiert hat die Ausstellung das Vorstandsmitglied Michael Gäde. „Es war im letzten August, als wir Kenntnis von einer Ausstellung erhielten, wo auch das glaskünstlerische Schaffen von Otmar Alt gezeigt wurde, und daraufhin haben wir einfach mal Kontakt mit der Otmar-Alt-Stiftung aufgenommen, die das Werk des Künstlers verwaltet“, erklärt Michael Gäde.

Glasmuseumsvorsitzender Josef Reckers, Vorstand Friedhelm Macke, Stiftungskuratorin Diana Lenz-Weber sowie die Vorstände Heiner Düsterhaus und Michael Gäde freuen sich auf die Eröffnung der Ausstellung.

Otmar Alt ist vor allem als Maler bekannt, aber er hat auch ein spannendes Oeuvre als Glaskünstler geschaffen. „Die Glaskunst von Otmar Alt ist ein bisschen wie eine dreidimensionale Weiterentwicklung seiner Bilder“, sagt Stiftungskuratorium Diana Lenz-Weber. Experten wissen das, aber in der Breite ist die Glaskunst von Otmar Alt nicht so bekannt. Deshalb hatte die Stiftung im letzten Jahr die Ausstellung „Faszination Glas“ in der Otmar-Alt-Stiftung in Hamm-Norddinker organisiert. Die Ausstellung war etwas Besonderes, weil sie sich ausschließlich dem Werkstoff Glas widmete. Gezeigt wurden Glasarbeiten verschiedener international renommierter Künstlerinnen und Künstler sowie auch Werke von Otmar Alt.

„Das war für uns die Idee, doch einmal die Glaskunst von Otmar Alt in einer großen Werkschau bei uns in Bad Driburg zu zeigen“, erklärt Initiator Gäde. Die Kontaktaufnahme mit der Stiftung gestaltete sich als sehr fruchtbar. „Ich habe mir natürlich im Vorfeld das Glasmuseum angeschaut und die Arbeit, die hier ehrenamtlich geleistet wird, und war von der Art und Weise, mit wie viel Herzblut dieser Verein das Glasmuseum betreibt, wirklich sehr beeindruckt. Und gerade weil es in Bad Driburg ja diese besondere Glasmachergeschichte gibt, ist es genau der richtige Ort für eine Ausstellung der Glaskunst von Otmar Alt“, betont Stiftungskuratorin Diana Lenz-Weber.

Mehr als 40 Werke sind in Bad Driburg zu sehen. Das ist rund ein Viertel des gesamten glaskünstlerischen Schaffens von Otmar Alt. „Es sind ja viele Werke verkauft worden, über die es gar keine Dokumentationsdaten gibt, weshalb man nur sehr vage Annahmen über das Gesamtwerk machen kann“, sagt die Kuratorin. Wenn man weiß, wohin die Arbeiten gegangen sind, hilft das für die Organisation einer Ausstellung, denn viele Arbeiten der Ausstellung in Bad Driburg sind aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt worden.

Das Turandel ist eine besonders prägnante Glaskunstarbeit von Otmar Alt.

Charakteristisch für Otmar Alt sind kräftige Primärfarben, klare Konturen und eine stark reduzierte Formensprache. Tiere wie Katzen, Vögel, Fische oder Hunde tauchen immer wieder in seinen Bildern und Skulpturen auf. Glas besitzt Eigenschaften, die perfekt zur Pop Art passen: Es kann kräftige Farben aufnehmen, Licht reflektieren oder durchscheinen lassen und verleiht den Werken eine besondere räumliche Tiefe. So entstehen Kunstobjekte, die sich mit dem wechselnden Tageslicht ständig verändern und immer wieder neue Eindrücke vermitteln. Zur Umsetzung seiner Glasskulpturen hat Alt mit renommierten Glashütten zusammengearbeitet. Häufig war das die Hütte Rosenthal in Amberg.

Otmar Alt studierte von 1960 bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bereits in den 1960er-Jahren begann seine erfolgreiche Künstlerlaufbahn. Seitdem wurden seine Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Neben Gemälden schuf er Grafiken, Glasfenster, Brunnen, Fassadengestaltungen, Skulpturen und Bühnenbilder. Viele seiner Arbeiten sind dauerhaft im öffentlichen Raum zu sehen und prägen Plätze, Parks und Gebäude.

Bis zum 30. Dezember bleibt die Ausstellung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist das Glasmuseum samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Das Glasmuseum Bad Driburg feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

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